Stratosphärenballon erfolgreich gestartet

Am Sonntagmorgen des 25.06.2017 starteten wir unseren Stratosphärenballon erfolgreich auf dem Schulhof der Albert-Einstein-Schule Schwalbach. Nach knapp 2 Stunden platzte der Ballon planmäßig und landete dann fallschirmgebremst eine gute Stunde später im Wald. Nach der Bergung der Sonde konnten alle Daten erfolgreich gesichert werden, welche in den kommenden Wochen ausgewertet werden.


07:00 Vorbereitungen für den Start

Wir trafen uns am Sonntagmorgen schon um 7 Uhr in der Schule, um alles für einen erfolgreichen Start vorbereiten zu können. Noch ein letztes Mal testeten wir alle Sensoren und die gesamte Elektronik. Wir luden die Akkus auf und leerten die SD Karten von Datalogger und Kamera. Schließlich schlossen wir den Akku an unsere Platine an und verstauten sie zusammen mit kurz zuvor gestarteten Taschenwärmern in der Styroporbox. Die Kamera starteten wir im Time lapse-Modus, der alle 5 Sekunden ein Foto schießen sollte. Dann verschlossen wir die ganze Box mit Tape und begannen, den Ballon aus Naturkautschuk mit Helium zu befüllen. Mittlerweile waren schon einige Zuschauer dazugestoßen, die den Start alle mitverfolgen wollten.

09:07 Start des Ballons

Endlich waren alle Vorbereitungen getroffen und der Ballon mit Helium gefüllt. So ließen wir den Ballon auf unserem Schulhof starten. Er stieg rasch über unserer Schule auf und wurde schnell Richtung Norden abgetrieben.

Da wir nun ein paar Stunden Zeit hatten, bis wir eine Nachricht vom GPS Tracker empfangen würden, frühstückten wir am Startplatz und beluden den Transporter unseres Lehrers mit allerlei Ausrüstung zum Bergen des Ballons. Für den Fall, dass er in einem Baum landen würde, packten wir eine Leiter, eine Teleskopstange, eine Säge sowie einen Klettergurt mit Seil ein. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass er auf einem See landen würde, hatten wir ein Surfbrett eingepackt.

10:40 Aufbruch zum Landeort

Kurz vor dem Start machten wir mithilfe der Seite http://predict.habhub.org eine Vorhersage, wohin der Ballon vermutlich fliegen würde. Um 10:40 brachen wir von unserem Startplatz auf und fuhren mit der gesamten Bergungsausrüstung in Richtung des angegebenen Landeorts.

Währenddessen flog unser Ballon fröhlich weiter. Ein Foto, das er von Schwalbach und Niederhöchstadt aufgenommen hat, ist links zu sehen.

12:14 Koordinaten des GPS-Trackers

Um Viertel nach 12 erhielten wir erstmals eine SMS vom GPS Tracker mit den aktuellen Koordinaten der Box. Sofort fuhren wir zum angegeben Landeplatz - einem Waldstück im Spessart.

Das Signal haben wir vermutlich erst so spät erhalten, da der Ballon erstmal wieder sinken musste, bis er eine Verbindung zum GSM-Netz aufbauen konnte, welche dort im Wald zusätzlich eher schwach war.

12:45 Bergung aus einem Baum

Die Styroporbox mit Seil und Fallschirm fanden wir sehr schnell in 20m Höhe in einem Baum. Daraufhin holten wir die Leiter und die Teleskopstange aus dem Transporter und bargen die Sonde aus dem Baum. Glücklicherweise waren alle Teile unbeschädigt und der Piezo-Lautsprecher, der mit dem Geiger-Müller-Zählrohr verbunden war, piepte weiter. Ein gutes Zeichen!

13:30 Sicherung der Daten

Bei einer kurzen Rast in einem Café nahe des Landeorts sicherten wir die Daten von der SD-Karte des Datenloggers sowie von der SD-Karte der Kamera. Die Messdaten schienen auf den ersten Blick sehr vernünftig zu sein. Der Akku der Kamera hielt leider nur eineinhalb Stunden. Deswegen konnte zwar die Landung nicht gefilmt werden, doch vom Start und aus der Erdatmosphäre erhielten wir spektakuläre Fotos.

Eines der beeindruckendsten Fotos von der Erde ist links zu sehen.

Kommende Wochen: Auswertung der Messdaten

Die gemessenen Daten von Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit sowie kosmischer Strahlung werden wir nun in den kommenden Wochen auswerten. Ausführliche Analysen, Diagramme sowie spektakuläre Fotos der Onboard-Kamera werden wir dann auf unserer Webseite www.stratosat.de veröffentlichen.

Für alle Teammitglieder und die beiden betreuenden Lehrer war der Tag ein voller Erfolg. Insgesamt war das Projekt sehr vielseitig und brachte uns allen viel Spaß und Erfahrung. So eigneten wir uns als Team viele neue Kenntnisse an - von den Startbestimmungen für Wetterballons über kosmische Strahlung bis hin zum Drucken von 3D Modellen und dem eigenen Ätzen von Platinen.

Unser großer Dank gilt allen Sponsoren, Unterstützern sowie den Zuschauern, die den Start live mitverfolgten.
© 2018, Jonathan Knoll